Alexander Markowetz

Die Welt befindet sich in einem rapiden und allumfassenden Wandel. Alle Konzepte unserer Gesellschaft, von Wirtschaft über Bildung bis Sozialstaat sind Kinder der industriellen Revolution im neunzehnten Jahrhundert. Jedes von ihnen muss im Rahmen der Digitalisierung in Frage gestellt und überarbeitet werden. Wir leben in der spannendsten Zeit der letzten zweihundert Jahre.

Alexander Markowetz ist Informatiker, Denker und Autor. Er betrachtet diese neue Welt holistisch und interdisziplinär. Denn die tiefgreifenden Veränderungen können nur in einem historischen und zivilisatorischen Kontext verstanden und erklärt werden. Aber nur wer versteht, wo wir uns befinden kann diese Welt gestalten.

Markowetz studierte Informatik und Medienwissenschaften in Marburg an der Lahn. Nach Aufenthalten an der University of California Riverside und an der New York University Tandon School of Enginering folgte von 2004 bis 2008 die Promotion in Hongkong. Von 2009 bis 2016 war Alexander Markowetz Juniorprofessor für Informatik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Dort erdachte und betreute er das Menthal Projekt, das bis heute das Smartphoneverhalten von 300.000 Nutzern analysiert.

Markowetz fasste die Erkenntnisse in seinem viel beachteten Buch „Digitaler Burnout“ zusammen. Wie sieht unser Smartphoneverhalten aus? Wieso machen die digitalen Begleiter unglücklich und unproduktiv? Wieso scheinen diese Geräte so anziehend? Was sind die Folgen? Wie kommen wir wieder raus aus der Smartphone Falle? Das Buch adressiert das Themenfeld in seiner vollen Breite und liefert neue Einsichten und Handlungsansätze.

Die Digitalisierung reißt das Gewebe unserer Gesellschaft einmal auseinander, und setzt es neu zusammen – radikal. Die technischen Möglichkeiten sind mittlerweile abzusehen. Wir können also beginnen, diese Welt zu durchdenken und zu gestalten. Dieser Prozess ist zunächst eine intellektuelle Aufgabe, quer über die Grenzen akademischer Disziplinen hinweg. Und, er stellt eine Herausforderung an alle gesellschaftlichen Einrichtungen, angefangen von der Politik, über Unternehmen, bis hin zu Kirchen und Gewerkschaften.

Durch sein holistisches und profundes Verständnis des digitalen Wandels verfügt Alexander Markowetz über einen einzigartigen Blick auf unsere Gesellschaft. In seinen Vorträgen, Medienauftritten und Artikeln vermittelt er eine klare, kritische und gestaltbare Vision des einundzwanzigsten Jahrhunderts. In einer Debatte, die oft von Nostalgikern und fatalistischen Optimisten bestimmt wird, beschreitet Markowetz einen dritten Weg: Er lädt ein, die Zukunft mitzugestalten.